Laufende Projekte

Regionale Medienlandschaft

(Ansprechpartner: Günther Pallaver und Theo Hug)

Die Initiative zielt auf eine kritisch-reflexive Erkundung von Hintergrundstrukturen und Entwicklungstendenzen der regionalen Medienlandschaften. Dabei stehen Medieninstitutionen, PR-Strategien und Programmangebote, Medienkonzentration und die Auswirkungen auf den internen und den externen Medienpluralismus sowie Konsumformen und Rezeptionsweisen im Mittelpunkt des Interesses. Speziellere Forschungsfragen beziehen sich beispielsweise auf den regionalen Zeitungsmarkt, lokale Kultur- und Literaturzeitschriften, Medienkunst-Szenen sowie Bildungsmedien.. Dabei stehen Medieninstitutionen, PR-Strategien und Programmangebote, Medienkonzentration und die Auswirkungen auf den internen und den externen Medienpluralismus sowie Konsumformen und Rezeptionsweisen im Mittelpunkt des Interesses. Speziellere Forschungsfragen beziehen sich beispielsweise auf den regionalen Zeitungsmarkt, lokale Kultur- und Literaturzeitschriften, Medienkunst-Szenen sowie Bildungsmedien.

Medienaktivismus. Formen der populären Medienaneignung

(Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) - Projekt P21431, Prof. Dr. Theo Hug / Dr. Wolfgang Sützl)

Das Projekt beabsichtigt eine systematische und historische Bestandsaufnahme jener Formen der Medienaneignung, welche durch „Unvollständigkeit“ und „Offenheit“ gekennzeichnet sind (Meikle 2002). Unter „populärer Medienaneignung“ wird die Entwicklung, die gesellschaftliche Um-Interpretation und der Gebrauch von solchen unvollständigen und offenen Medien verstanden, der sich formalen gesellschaftlichen Normierungssystemen zum Teil oder gänzlich entzieht und damit potenziell unzensurierbare Öffentlichkeiten erzeugt. Das Projekt ist die erste umfassende Arbeit zu diesem Bereich, der bisher nicht zuletzt aufgrund seines ephemeren Charakters und seiner Verwurzelung in nicht institutionalisierten Gesellschaftsbereichen in der Medienwissenschaft wenig Beachtung gefunden hat.
http://www.activistmedia.at/

Abgeschlossene Projekte

Geschichte der Tiroler Tageszeitung

(Leitung: Helmut Reinalter; Finanzierung: Moser-Holding und Tiroler Wissenschaftsfonds; Laufzeit: 2006–2009)

Auf der Basis von Aktenmaterial und Interviews mit noch lebenden Zeitgenossen wird das Printmedium „Tiroler Tageszeitung“ historisch dargestellt und die gesellschaftliche und journalistische Bedeutung und Wirkung dieses Mediums herausgearbeitet.

Tiroler Literaturzeitschriften 1970–2005. Bibliographierung, inhaltliche Erschließung und Archivierung

(Leitung: Stefan Neuhaus und Ruth Esterhammer; Finanzierung: Tiroler Wissenschaftsfonds; Laufzeit: 2006-2007)

Das Projekt versteht sich als vertiefende Ergänzung zum FWF-Projekt „Literaturzeitschriften in Österreich und Südtirol 1970– 2000“ (Laufzeit: 2004–2006). Dort hat die systematische Titelrecherche eine Liste von über 400 relevanten Zeitschriftentiteln ergeben, wovon etwa ein Fünftel auf Nord-, Süd- und Osttirol entfallen. Diese Zeitschriftenunternehmungen sollen in einer eigenen Publikation erfasst, beschrieben und analysiert werden. Die Zeitschriftenanalyse wird durch Interviews mit HerausgeberInnen, Untersuchungen zur Medienlandschaft und Kulturpolitik Tirols ergänzt

Wirksamkeit von Bildern – Bildkompetenz

(Kontakt: Barbara Huber und Christian Streng)

Im Mittelpunkt des geplanten Projekts Multimediale Kunst als kritischer Diskurs in der Entwicklung visueller Kompetenz steht die Auseinandersetzung mit bewegten Bildern, zumal die printbasierte Kunstwissenschaft und Kulturvermittlung der Spezifik dieser Kunstformen noch kaum gerecht wird. Ziel des Projektes ist es, zunächst die regionale Medienkunst zu erfassen, in einer Mediathek (virtuell und real) zugänglich zu machen und mit ähnlichen Einrichtungen national und international zu vernetzen. Angestrebt wird eine DVD-Publikation („Mediazin“).

MedienKunstArchiv.Innsbruck (MKA.I)

(Leitung: Harald Stauber, Christian Streng)

Ziel des MKA.I, das am Institut für Kunstgeschichte eingerichtet wird, ist es, v. a. die regionale Medienkunst zu erfassen, Video, digitale Kunstwerke, aufgezeichnete Performances und Aktionen wissenschaftlich zu dokumentieren und für die Langzeitarchivierung aufzuarbeiten. Das Archiv soll als digitale Datenbank vor allem MedienwissenschaftlerInnen, Studierenden und KuratorInnen zugänglich sein und mit ähnlichen Einrichtungen national und international vernetzt werden.

Abstract

Globale Mediengenerationen 2000

Ausgangslage:
Die gegenwärtig sich vollziehende Globalisierung bringt nicht nur die Verfügbarkeit weltweit vernetzter Kommunikations- und Interaktionsoptionen mit sich, sondern sie verändert auch den Blickpunkt auf soziale Strukturen. Während frühere Deutungen einer globalen Vereinheitlichung von der 'Welt' als einem homogenen Ganzen ausgingen und von der Globalisierung sprachen, arbeiten neuere Ansätze die Gleichzeitigkeit und Verhältnismäßigkeit parallel verlaufender Globalisierungsprozesse heraus. So geht es auch bei unserer Analyse der Rezeption und Verarbeitung globaler Medienereignisse darum, die „Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit“ im Zusammenspiel lokaler, kulturspezifischer und globaler Dimensionen zu reflektieren.

Untersuchungsgegenstand und Forschungsansatz:
An der Schwelle zum 21. Jahrhundert wird deutlich, dass unterschiedliche Entwicklungen wie z.B. die Satellitenkommunikation, das Zusammenwachsen der Märkte, die zunehmende Mobilität, die überregionalen Dimensionen verschiedener Risiken und Krisen, nach und nach ein neues Bewusstsein globaler Vernetzung und „virtueller Gemeinschaft“ ermöglicht haben. Im Projekt Globale Mediengenerationen 2000 wird die Wissensarchitektur verschiedener globaler Generationen im familialen und interkulturellen Kontext am Beispiel von elf Ländern verschiedener Kontinente zusammengestellt analysiert.

Zielsetzung:
In diesem Projekt werden auf der Basis theoretischer und empirischer Vorstudien Grundlagen erarbeitet für

  • ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Globalisierungsprozessen auf soziale und kulturelle Formationen im Übergang zum neuen Jahrtausend,
  • die Analyse von Medienereignissen des 20. Jahrhunderts als Bausteine kollektiver Erinnerungen von Generationen im Kontext verschiedener Weltregionen und Kulturen
  • sowie für die Entwicklung geeigneter Bildungsmaterialien und medienpädagogischer Konzepte auf der Basis international und interkulturell relevanter Ergebnisse.

Laufzeit : 1998-2003

Publikationen:
Volkmer, Ingrid (Ed.) (2006): News in Public Memory. An International Study of Media Memories Across Generations. Frankfurt/M. u. a.: Lang. (s. http://www.peterlang.net/ ).
Hug, Theo (2010): Media Memories in Focus Group Discussions - Methodological Reflections Instancing the Global Media Generations Project. In: Medienimpulse. Beiträge zur Medienpädagogik. Online abrufbar hier

Projektorganisation:
Das Projekt wird von einer Gruppe von fünfzehn WissenschaftlerInnen aus Australien, Südafrika, Indien, Japan, USA, Brasilien, Chile, Mexiko, Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik durchgeführt. Im einem wissenschaftlichen Beirat arbeiten zahlreiche weitere Medien- und SozialforscherInnen mit, darunter Prof. Neil Postman (NY) und Prof. Roland Robertson (Pittsburgh / Aberdeen).
Das Projekt wird unterstützt von der UNESCO (Free Flow Division, Paris) sowie von RTL (Department of Media Education, Köln).
Gesamtleitung und Projektkoordination: Univ.-Prof. Dr. Ingrid Volkmer, University of Melbourne
Leitung der Österreich-Sektion: A. Univ.-Prof. Dr. Theo Hug, Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck, Liebenggstr. 8, A - 6020 Innsbruck
Zur detaillierten Projektinfo s. hier


„Dziga Vertov im Leokino“ (2006/07): Eine Film- und Vortragsreihe des Instituts für Slawistik, bei der die Arbeiten des Dokumentarfilmers und Medientheoretikers Dziga Vertov (1896–1954) im Kino aufgeführt und durch Gastvorträge am Institut für Slawistik medientheoretisch und filmhistorisch beleuchtet werden. (Ansprechperson: Eva Binder)

Weitere Initiativen und Projekte


Prominentester Partner im Bereich Medien und Technik ist das Semantic Technology Institute (STI ) Innsbruck (früher bekannt als Digital Enterprise Research Institute - DERI , Leitung: Dieter Fensel), das 2002 an der Leopold-Franzens Universität Innsbruck gegründet wurde, seit Januar 2006 den Status eines eigenständigen Instituts innehat und sich mittlerweile als international anerkanntes Forschungsinstitut etablieren konnte. Unter anderem werden von STI entwickelte Technologien als Grundlage in internationalen Standardisierungsgremien verwendet (z.B. W3C und OASIS). STI ist Partner in fast allen wichtigen Europäischen Forschungsprojekten im Bereich Semantic Web und Semantic Web Services (u. a. ASG, DIP, KnowledgeWeb, SEKT, SUPER, MUSING, TripCom), und unterhält ein weltweites Netzwerk an industriellen Kooperationen (u.a. Arcelor, SAP, Hewlett-Packard, Siemens, etc.).


Im Bereich Medien und Gesellschaft werden insbesondere Fragen der Demokratie und Medien in ethnisch fragmentierten Gesellschaften einschließlich Optionen zur Überwindung kommunikativer Schranken bearbeitet (Ansprechpartner: Günther Pallaver).

Um Content-Beiträge der KonsumentInnen im Internet und die Ausarbeitung einer entsprechenden Typologie geht es im Projekt „Unveiling the Roles of Creative Consumers in Online Conusmer Networks - a Typology of Online Contributions“ (Ansprechpartnerin: Andrea Hemetsberger). Durch den freien Zugang und eine Vielzahl von Initiativen (YouTube, MySpace, SecondLife, Wikipedia, und viele andere) werden Möglichkeiten geschaffen, sich kreativ einzubringen und einen Beitrag zu gemeinsamen Initiativen zu leisten.

Im Bereich Medien und Kultur läuft das FWF-Projekt Rahmungen der Moderne: Die Schwelle zu Fiktion und Film (1890–1950) an (Leitung: Mario Klarer). Das Forschungsprojekt versteht sich als Beitrag zu einer neuen Literatur- und Mediengeschichte der Moderne mit Schwerpunkt auf den konkurrierenden narrativen Leitmedien des Spielfilms und des Romans. Untersuchungsgegenstände sind Verlagsreklame, Buchumschläge, Vorworte oder metafiktionale Kommentare am Romananfang, Filmposter oder Vor- und Abspann eines Films.
Framing Media

Abstract

www.literaturkritik.at
(Leitung: Stefan Neuhaus, Finanzierung: Firma Swarovski)
Ziel ist der Aufbau einer Internetplattform für alle, die über Literaturkritik forschen, die sich im Rahmen ihres Studiums für Literaturkritik interessieren, die selbst Kritiken schreiben (wollen) oder als LiteraturkritikerInnen arbeiten. Die Homepage bietet Infomationen über offene Stellen, Praktika, interessante Webseiten und einschlägige Literatur, sie inkludiert eine wissenschaftliche Zeitschrift, die sich mit Literaturkritik befasst, Glossen, Buchtipps und Rezensionen..


Wittgensteins Welten
Interfakultäres Projekt zum bildungsorientierten Aufbau einer „modularen Wissenslandschaft“ (inhaltliches Konzept und wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Martin Lindner, Koordination des Beirats: Prof. Dr. Theo Hug)
Wittgensteins Welten - Eine modulare Wissenslandschaft


In wissenstheoretischer Hinsicht sind die Aktivitäten hervorzuheben, die unter dem Titel „After Cognitivism“ laufen (Ansprechpartner: Karl Leidlmair ). Das Scheitern des Kognitivimus, der kognitive Prozesse mit funktional beschreibbaren Computerzuständen identifiziert, brachte einen Paradigmenwechsel und eine Neubeurteilung der Wissenschaft vom „Geist“ mit sich. Jerome Bruner’s Bedeutungstheorie, die Kritik von Hubert Dreyfus an einer Dekontextualiserung von Wissen, und Hilary Putnam’s Kritik am so genannten methodologischen Individualismus führten zu einer kognitiven Revolution, die jene Aspekte neu bewertet hat, die der nur an Algorithmen interessierte Kognitivismus vernachlässigt hat, nämlich Inhalt, Kontext und Situiertheit unseres Wissens .


Zuletzt sei hier auf einige innovative Ansätze im Bereich Wissensvermittlung und Hochschuldidaktik verwiesen jordan.zivilrecht.onlearn, online-Lehrbuch Zivilrecht, jordan:jat.online und BASES ). So werden Java-Applets als didaktisches Anreicherungskonzept für die Mathematik- und Statistiklehre entwickelt (Michael Oberguggenberger, Alexander Ostermann, Janette Walde), im Projekt bidok werden Lernpfade eingerichtet (Volker Schönwiese, Angela Woldrich), und am Institut für experimentelle Architektur entsteht eine wikibasierte Lern- und Informationsumgebung (s. http://hochbau.heikenz.net/, Kontakt: Josef Glas).