Medientag 2016 am 22.11.2016

„Medien und Glaubwürdigkeit – Zwischen „Lügenpresse“, Kampagnenjournalismus und Aufklärung“

in Zusammenarbeit mit der Moser Holding und der Austria Presse Agentur

Funktionen der Informationsvermittlung zählen zu den zentralen Aufgaben der Medien. Mit der Verbreitung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien sind neue Möglichkeiten der massenhaften Verbreitung von richtigen und falschen Informationen entstanden. Das betrifft sowohl Spielräume der Aufklärung und Bildung als auch solche der Verschleierung, Propaganda und der Verbreitung von Verschwörungstheorien. „Per Maus-Click“ können große Populationen in sehr kurzer Zeit erreicht und „informiert“ werden. Social Media Plattformen ermöglichen Kampagnen aller Art und noch nie in der Geschichte konnten verschiedenste Auffassungen und Meinungen von so vielen Gruppierungen ohne großen Aufwand öffentlich vertreten werden.

In dieser Situation der neuen Meinungsvielfalt stellen sich erst recht wieder bekannte Fragen nach den Grenzen dieser Vielfalt, verlässlichen Quellen, Kriterien für qualitätsvollen Journalismus und der Glaubwürdigkeit von Medien. Welchen Instanzen können und wollen wir vertrauen und warum? Welche Rolle spielt Kritik dabei? Welche Qualitätskriterien erweisen sich als unverzichtbar?

Das Programm im Detail finden Sie im Flyer.

Plakat zum Download.

Syllabus des Medientages und der RingVO: syllabus_medienglaubwuerdigkeit_ims_20170116.pdf (Stand: 16. Jän. 2017)

Audioaufzeichnungen der Vorträge können hier abgerufen werden.

Pressespiegel: Tiroler Tageszeitung, APA-Bericht zum Medientag, Der Standard Newsroom der Uni Ibk

Fotos von der Veranstaltung:

Begrüßung durch Rektor Tilmann Märk

Theo Hug, Sprecher der Innsbruck Media Studies

Einführungsvortrag von Ulrich Sarcinelli

Podiumsdiskussion mit Martin Blumenau (FM4), Knut Hickethier (Uni Hamburg), Moderator Georg Laich (ORF Tirol), Alexander Haas (LMU München), Clemens Pig (APA) und Hermann Petz (Moser Holding) (v.l.)

Medientag 2015

„Medienwandel zwischen Disruption und Erneuerung“

Mittwoch, 11. November 2015
Aula der Leopold-Franzens-Universität

Die digitale Vernetzung bereitet den Boden für disruptive Technologien. Eine Welle von Innovationen fegt über den Globus, die in ihrer Veränderungskraft die industrielle Revolution oder die Erfindung des Buchdrucks in den Schatten zu stellen scheinen. Über Jahrhunderte gewachsene Logiken und Ordnungen werden destabilisiert; oft sind es auch lokale Handlungsmuster und Geschäftsmodelle, die dabei unter Druck geraten.

Quasi über Nacht definieren Dienste wie Uber oder Airbnb das Personen-Transport-Geschäft neu, revolutionieren die Art und Weise wie Menschen reisen. Der Journalismus sieht sich nicht nur mit pluralisierten und ständig im Wandel begriffenen Öffentlichkeitsformen konfrontiert, sondern auch damit, daß der Großteil der online erzielten Werbeeinnahmen an Internetriesen wie Google und Facebook geht. Die Reproduzierbarkeit digitaler Informationen stellt den etablierten Begriff des Eigentums infrage, worauf Content-Provider u.a. mit restriktivem Digital-Rights-Management und Streaming-Angeboten reagieren. Durch die zunehmende Automatisierbarkeit auch von kognitiv anspruchsvollen Tätigkeiten scheint nicht zuletzt die Zukunft der Erwerbsarbeit ungewiss.

Disruptive Innovation betrifft alle Bereiche der Gesellschaft. Sie verändert die wirtschaftlichen, politischen, und kulturellen Rahmenbedingungen und zwingt somit auch die Wissenschaft zur Revision etablierter Konzepte und Theorien. Welche Konflikte resultieren daraus und wie wird mit ihnen umgegangen? Welche Zukunftsszenarien sind denkbar und wünschenswert?

Das Programm im Detail und Audioaufzeichnungen der Vorträge können hier abgerufen werden.

Flyer und Plakat zum Medientag

Veranstaltet wurde der Medientag 2015 in Zusammenarbeit mit der Moser Holding und der Austria Presse Agentur.

Medientag 2014

„Körperphantasien: Mediale Inszenierungen zwischen Traum und Wirklichkeit“

Montag, 17. November 2014
Aula der Leopold-Franzens-Universität (Plakat/Flyer)

Beim diesjährigen Medientag steht das Streben nach Verbesserung des Körpers sowie der Leistungen des Menschen im Vordergrund. Lange Zeit ging der gesellschaftliche Druck, den eigenen Körper zu optimieren, nur von den retuschierten Model- und Schauspielerkörpern aus, die uns aus den traditionellen Massenmedien entgegenlächelten. Versprechen und Visionen zur Verbesserung des menschlichen Körpers im 21. Jahrhunderts sind vielfältiger: plastische Chirurgie, intelligente Kleidung, Datenbrillen, mit quantified-self-tools optimiertes Körpertraining, Psychopharmaka, technische Implantate und computer-brain-interfaces. Doch wie weit wollen wir gehen, um körperliche und geistige Fähigkeiten des Menschen computergestützt zu optimieren?

Ist der Traum vom perfekten Körper ein Alptraum, oder profitieren wir von den Möglichkeiten zur Verbesserung und Inszenierung unserer Körper? Was macht den Menschen im 21. Jahrhundert zwischen Robotik und Transhumanismus aus? Mit welchen Machtverschiebungen ist zu rechnen?

Programm
14:00 Eröffnung
Univ.- Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk, Rektor der Leopold-Franzens-Universität
Univ.- Prof. Dr. Theo Hug, Sprecher des Medienforums Innsbruck
Mag. Silvia Lieb, Vorstand der Moser Holding
14:30 Einführung in das Thema
Univ.-Prof. Dr. Karin Harrasser: Neue Cyborgs, alte Träume. Körpermodifikationen zwischen Gestaltungsfreiheit und Selbstoptimierung
15:15 Pause
15:30 Teil 1: Körper-Bildwelten
Workshop A Workshop B Workshop C
Klemens Ganner (Geschäftsführer APA-PictureDesk) und Patricio Hetfleisch (Geschäftsführer TT Online): Ich trete auf, also bin ich. Bilder in der Presseberichterstattung Martina Guggenbichler, BA und Linda Leitner: Bildbearbeitung – Schönheits-Ideale per Photoshop Mag. Dr. Cornelia Brantner und Dr. Katharina Lobinger: Der fremde Blick auf Selfies – Über die subjektiven Sichtweisen auf die Authentizität digitaler Selbstbilder
17:30 Teil 2: Zwischen Mensch und Maschine
Impulsvorträge Univ.-Prof. Dr. Anne Siegetsleitner: Vom Altern zum Veraltern: Roboter als Schönheits- und Leistungsideal
Dr. Jörg-Uwe Nieland: Optimierung als neues Leitbild – Anmerkungen zur Berichterstattung über Doping und die Quantified Self-Bewegung
Dr. Stefan Lorenz Sorgner: Transhumanistische Bilder perfekter Körper
19:00 Abschlussplenum
TeilnehmerInnen: Karin Harrasser, Patricio Hetfleisch, Jörg-Uwe Nieland, Anne Siegetsleitner und Stefan Lorenz Sorgner Moderation: Gabriele Starck (Tiroler Tageszeitung)
20:00 Buffet


Die Beiträge im Detail

Univ.-Prof. Dr. Karin Harrasser
Neue Cyborgs, alte Träume. Körpermodifikationen zwischen Gestaltungsfreiheit und Selbstoptimierung
Neil Harbisson sagt von sich, er sei ein Cyborg. 2010 hat er die Cyborg Foundation ins Leben gerufen, die Menschen dabei unterstützt, Cyborgs zu werden. Im Herbst 2013 gründete sich in Berlin der Verein Cyborg e.V., der ähnliche Ziele verfolgt. Und Tim Cannon, einer der beliebtesten Redner in der Body-Hacking und Body-Modification Szene, sagt es ganz grade heraus: Der menschliche Körper sei „fundamental fehlerhaft“. Er könne und müsse verbessert werden und zwar auf technischem Weg. Unterscheiden sich diese Cyborgs der 2010er Jahre von älteren technoavantgardistischen Visionen? Ist der menschliche Körper „machbarer“ geworden oder sind die neuen Cyborgs lediglich ein weiterer Aufguss totalitärer Träume vom „Neuen Menschen“, wie sie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geträumt wurden? Der Vortrag wird Fortschrittsträumen von neuen, besseren Menschen das Modell teilsouveräner Handlungsfähigkeit entgegensetzen und skizzieren wie eine nicht-determinstische Theorie technischen Handelns beschaffen sein müsste.
About: Karin Harrasser ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Kunstuniversität Linz. Nach einem Studium der Geschichte und der Germanistik Dissertation an der Universität Wien. Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin über »Prothesen. Figuren einer lädierten Moderne«. Neben ihren wissenschaftlichen Tätigkeiten war sie an verschiedenen kuratorischen Projekten beteiligt, z.B. NGBK Berlin, Kampnagel Hamburg, TQ Wien. Mit Elisabeth Timm gibt sie die Zeitschrift für Kulturwissenschaften heraus. Letzte Publikation: Körper 2.0. Über die technische Erweiterbarkeit des Menschen, Bielefeld: transcript 2013.

Klemens Ganner (Geschäftsführer APA-PictureDesk) und Patricio Hetfleisch (Geschäftsführer TT-Online)
Ich trete auf, also bin ich. Bilder in der Presseberichterstattung
Ein Workshop über reale Bilder und inszenierte Darstellung von TT und APA. Körperkult und Politikerdarstellungen in den Medien aus der Perspektive der Bildredaktion: Neben der Selbstinszenierung von Politikern in der Zeitung und dem Umgang mit manipuliertem Bildmaterial spielen folgende Fragen eine Rolle: die Pressefotografie sollte die Realität darstellen, aber wie echt sind die Fotos? Welches Foto wird für Schlagzeile xy ausgesucht und warum? Welche Kriterien, welche Formen der Manipulation gibt es?

Martina Guggenbichler, BA und Linda Leitner
Bildbearbeitung – Schönheitsideale per Photoshop
In unserer von Bildern geprägten Medienkultur wird die Fotografie noch immer gerne mit dem Wahrhaftigen, dem Authentischen und Realen assoziiert. Der gezielte Einsatz von Medientechnologien – sei es zur Nachbearbeitung digitaler Fotografien oder zur Manipulation des Dargestellten - wird in der Schönheitsindustrie als auch in der Politik seit geraumer Zeit diskutiert. Im Gespräch sind etwa Aufklärung durch Offenlegung von Darstellungsstrategien oder gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnungspflicht von Bildbearbeitungen.
In unserem Workshop geben wir einen Einblick über die Methoden der Bildbearbeitung und professionellen Retusche. Anhand von praktischen Beispielen beleuchten wir deren Folgen und wie diese im Unterbewusstsein wirken. Durch die verzerrte Darstellung von Schönheit findet eine Veränderung von Schönheitsidealen statt. Die Bildbearbeitung betrifft daher nicht nur junge Frauen, sondern Frauen jeder Generation sowie Männer. Medienkompetenz macht deutlich, dass Darstellungen von Frauen und Männern auf Werbeplakaten und in Magazinen nicht der Realität entsprechen.
About: Guggenbichler Martina: Jahrgang 1985. Im Sommer 2014 beendete sie ihr Bachelorstudium der Erziehungswissenschaften an der Universität Innsbruck. Derzeit absolviert sie ihren Master in Kommunikationswissenschaften an der Paris Lodron Universität Salzburg.
Leitner Linda: Die 1991 geborene Österreicherin ist seit 3 Jahren professionell in der Mode und Beauty Fotografie tätig. Nach beendetem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Uni IBK übersiedelte sie nach München, wo sie auch derzeit arbeitet und lebt. Bisher fotografierte sie bereits namhafte Marken und Unternehmen und konnte Publikationen in internationalen Magazinen feiern.

Mag. Dr. Cornelia Brantner und Dr. Katharina Lobinger
Der fremde Blick auf Selfies – Über die subjektiven Sichtweisen auf die Authentizität digitaler Selbstbilder Der Workshop verfolgt zwei Ziele. Einerseits widmen wir uns Fragen der Konstruktion visueller Authentizität. Welche Bedeutung haben etwa Bildstile oder ästhetisierende Bildfilter für die Wahrnehmung der Authentizität digitaler Selbstbilder? Am Beispiel der digitalen Alltagsfotografie, in der sogenannte Selfies oder „Me Bilder“ nicht nur der Identitätskonstruktion dienen, sondern auch der Vermittlung von Authentizität, werden mit den WorkshopteilnehmerInnen Bedeutungen und Kriterien visueller Authentizität herausgearbeitet. Direkt damit verknüpft ist das zweite Ziel des Workshops: Die Einführung in die Q Methodologie, ein bislang in der Medien- und Kommunikationsforschung wenig genutzter Ansatz. Die Kombination einer qualitativen Sortierstudie (Q sort) mit quantitativer Q Faktoranalyse und offenen Interviews (Visual Elicitation) erweist sich aber für die Aufdeckung subjektiver Sichtweisen als besonders wertvoll. In Rahmen des Workshops bekommen die TeilnehmerInnen auch die Gelegenheit, selbst die Methode auszuprobieren.
About: Dr. Cornelia Brantner studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Kombination mit Politikwissenschaft und Psychologie an der Universität Wien. Seit 2009 Assistentin am dortigen Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft. Arbeitsschwerpunkte: Journalismus, politische Kommunikation, Europäische Öffentlichkeit und Identität, Visuelle Kommunikation.
Dr. Katharina Lobinger studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Italienisch in Wien. Seit 2011 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI) der Universität Bremen. Seit 2011 stellvertretende Sprecherin der Fachgruppe „Visuelle Kommunikation“ der DGPuK. Forschungsschwerpunkte: Visuelle Kommunikationsforschung, Multimodalität, Werbeforschung, Mediatisierungsforschung.

Univ. Prof. Dr. Anne Siegetsleinter
Vom Altern zum Veraltern: Roboter als Schönheits- und Leistungsideal
Abgesehen vom gesellschaftlichen Druck, den eigenen Körper zu optimieren, verändern beispielsweise die neuen (erhofften) Möglichkeiten von gedankengesteuerten Exoskeletten die Auffassung davon, wer, was und wie wir Menschen sind. Jene Person, die am 12. Juni 2014 im Rahmen der Eröffnungsfeier der Fifa-Fußball-WM in Sao Paulo mithilfe eines Exoskeletts den Ball anstieß, wurde in den Medien bereits als „Wesen […] halb Mensch, halb Maschine“ (Deutsche Welle) rezipiert. Leistungsstarke humanoide Roboter und „Cyborgs“ – wenngleich mehr Phantasie denn gegenwärtig realisierbar – nähren den Wunsch und für manche die Befürchtung, diese könnten den Menschen in vielerlei Hinsicht überlegen sein. Sie fungieren damit als Leistungsideal, das den biologischen Körper von Menschen nicht mehr als Grenze akzeptiert. Es gilt nicht mehr, die Leistungspotenziale menschlicher Körper auszuschöpfen, sondern diese selbst zu überwinden. Doping war gestern. Dies betrifft auch Schönheitsideale. Die Vorgabe makelloser, metall-ähnlich glatter Haut mag zunehmend nicht mehr dazu dienen, die Abgrenzung zu (anderen) Tieren zu verkörpern, sondern die Überwindung des bislang Menschlichen. In letzter Hinsicht meint die Überwindung bislang menschlicher Grenzen die Überwindung des (noch) sterblichen natürlichen Körpers. Es sind gerade auch die medial inszenierten Phantasien von Robotern und „Cyborgs“, über die die Verheißung, nicht mehr zu altern, sondern höchstens noch zu veraltern und damit erneuert werden zu können, kulturell vermitteln. Selbst Sterblichkeit war gestern.
About: Anne Siegetsleitner studierte in Salzburg Philosophie, Psychologie, Pädagogik sowie Deutsche Philologie. Die Habilitation mit einer Arbeit über Ethik und Moral im Wiener Kreis (Böhlau 2014) erfolgte 2012. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte ist die Informationsethik, in der sie sich insbesondere mit Fragen der Privatheit auseinandersetzt. Seit Oktober 2013 ist Siegetsleitner Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Innsbruck. www.siegetsleitner.net

Dr. Jörg-Uwe Nieland
Optimierung als neues Leitbild – Anmerkungen zur Berichterstattung über die „Quantified self-Bewegung
Das Anliegen des Beitrags besteht darin, gravierenden Veränderungen moderner Gesellschaften, die sich in den letzten Jahrenvollzogen haben, und deren aktuelle Herausforderungen am Paradigma der Sport- und Bewegungskulturen verständlich zu machen. Betrachtet wird dazu die „Quantified self“-Bewegung und das „Self-tracking“-Trends im Sport. Als theoretisches Gerüst dient der Mediatisierungsansatz, der die Veränderung der interpersonalen Kommunikation durch deren zunehmende Vermitteltheit durch Medientechnologien erfasst. Anhand ausgewählter Technikanwendungen werden zuerst allgemeine Mediatisierungsformen und im Anschluss solche im Sport vorgestellt. Konkret werden die zwei analytischen Komponenten von Mediatisierung – die „quantitative“ Dimensionen (also die Verbreitung von Medientechnologien und die damit verbundenen Änderungen von Handlungsweisen) und die „qualitative Dimension“ (der Wandel des Wissens und Handelns) – in der Radsport- und der Laufszene beschrieben.
Im Anschluss widmet sich der Beitrag der Berichterstattung über die „Quantified self“-Bewegung. Diskutiert wird, ob und wie die Veränderungen in den Sport- und Bewegungskulturen aber auch der Vergemeinschaftungsprozesse thematisiert werden – also welches Leitbild vermittelt wird. Konkret wird gefragt, ob eine Erhöhung des Optimierungsdruck auch im Alltag des Breiten- bzw. Freizeit- und Gesundheitssports problematisiert wird.
About: Jörg-Uwe Nieland, Dr. phil., Studium der Politikwissenschaft (mit den Nebenfächern Geschichtswissenschaft, Philosophie und Sportwissenschaft) an der Universitäten Duisburg, Bochum und Berlin; Abschluss der Promotion 2006 (Universität Duisburg-Essen); seit 2009 Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule Köln, Institut für Kommunikations- und Medienforschung, Projektmitarbeiter an der Universität Duisburg-Essen am Institut für Politikwissenschaft.
Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Sportkommunikation und Sportpolitik; Politische Kommunikation; Medienpolitik und Medienentwicklung, sowie Populärkultur. Aktuell u.a. stellvertretender Projektleiter im Forschungsprojekt „Sport der medialen Moderne“ an der Deutschen Sporthochschule. Publikationen: „Regieren und Kommunikation. Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und gouvernementales Kommunikationsmanagement“ (mit K. Kamps) (Hrsg.) Köln 2006; „Das Spiel mit dem Fußball. Interessen, Projektionen und Vereinnahmungen.“ (mit J. Mittag) (Hrsg.) Essen 2007; „Pop und Politik. Politische Popkultur und Kulturpolitik in der Mediengesellschaft.“ Köln 2009; „Die Sexualisierung des Sports in den Medien“ (mit D. Schaaf) (Hrsg.) Köln 2011.

Dr. Stefan Lorenz Sorgner
Transhumanistische Bilder perfekter Körper
Im Rahmen dieses Vortrags wird ein Einblick in die Bandbreite verschiedener transhumanistischer Vorstellung von Perfektion gegeben, wobei diese jeweils durch entsprechende Körperphantasien illustriert werden. In diesem Zusammenhang kommen dem Renaissance-Ideal, der Vollkommenheit des Common Sense und der Perfektion der radikalen Pluralität eine besondere Bedeutung zu, wobei auch die Vor- und Nachteile und Herausforderungen der unterschiedlichen Arten der Perfektion analysiert werden.
About: Stefan Lorenz Sorgner ist metahumanistischer Philosoph, Direktor und Mitbegründer des Beyond Humanism Networks und Fellow and Institute for Ethics and Emerging Technologies:(www.sorgner.de) Folgen Sie ihm via Facebook: https://www.facebook.com/pages/Stefan-Lorenz-Sorgner/285206444961079?ref=br_tf&rf=201860076499203

Medientag 2013

„Anker, Schleusen, Netze – Medien in der Datenflut“

Mittwoch, 20. November 2013
Aula der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Medientag 2012

„Medienräume: Materialität und Regionalität“

am 20. November 2012 ab 14:00 Uhr
Die Bäckerei, Kulturbackstube, Dreiheiligenstraße 21a

Im Wintersemester 2012/13 organisierte das interfakultäre Forum Innsbruck Media Studies im Rahmen der Ringvorlesung wieder einen Medientag, der die theoretische Auseinandersetzung mit dem Themenschwerpunkt Medienräume auf konkrete Projekte bezieht.

Im Zuge des spatial turn avancierte der Raum zu einem zentralen Untersuchungsparadigma in den Wissenschaften. Die Mehrdeutigkeit des Schlagwortes Raum bringt entsprechend vielschichtige Fragestellungen und Theorien, Analysemethoden und Interpretationen für die Kategorie des Räumlichen mit sich. Diese Pluralität der Zugänge gilt in ähnlicher Weise für den Gegenstand Medien, der alle Bereiche der Wissenschaft und Gesellschaft durchdringt. Die diesjährige Veranstaltung widmet sich nun den Verflechtungen dieser beiden Kategorien. Der Begriff Medienräume evoziert zahlreiche Assoziationen und theoretische Zugriffe. Entsprechend der disziplinären und paradigmatischen Verortung verschieben sich die Fragestellungen.

Speziell im Zusammenhang mit dem Internet lässt sich in den letzten Jahren eine Rückkehr sowohl von Regionalität – etwa in Form von location based services oder community blogging – als auch von Materialität beobachten – wie im sogenannten Internet of Things. Auf Basis neuester Medientechnologien entstehen sowohl Orte (augmented reality) als auch physische Objekte (ambient intelligence) mit neuen Qualitäten.

Ein besonderer Fokus lag beim Medientag 2012 auf Raumkonstruktionen in digitalen und Online-Medienangeboten. Während sich Stephan Günzel der theoretischen Interpretation räumlicher Darstellungen in Computerspielen widmete, bezog Claudia Paganini die Wirkungsmacht einer Facebook-Kampagne auf medienethische Fragestellungen. Virtuelle Repräsentationen der physischen Welt schafften auf interaktive Weise die Kunstprojekte Frontiers (gold extra), Entangles Spaces (Rafael Ludescher) und Zone*Interdite (Christoph Wachter/Mathias Jud). Auch das Mediensystem der Printmedien sieht sich neuen Herausforderungen gegenüber, wie Patricio Hetfleisch am Beispiel der Tiroler Tageszeitung Online, sowie Andreas Wiesinger mit dem lokalen Community-Blog provInnsbruck.at zeigten. Die Materialität des Medialen wurde in den weiteren Beiträgen auf ihre Beschaffenheit befragt: Alessandro Barberi beschäftigte sich auf theoretischer Ebene mit den Dingen im Medienraum. Neben dem APA-Infostand von Peter Schuler, wurde auch im Beitrag von Celia Di Pauli zur Ausstellung Psychiatrische Landschaften das Spektrum medialer Vermittlungsformen in der Wissenschaft erweitert, wogegen Werner Derniers Sammlung von Fanzines aus der Welt des Fußballs die Aspekte Regionalität und Materialität am Beispiel des selbstorganisierten Alternativmediums Fanzine sichtbar werden ließ.

Veranstaltet wurde der Medientag 2012 in Zusammenarbeit mit

Plakat zum Download
Einladungen zum Download

Fotos von der Veranstaltung:


Begrüßung durch Rektor Tilmann Märk


Theo Hug, Sprecher des Medienforums

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Vortrag von Stephan Günzel

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v.l.n.r. Gabriele Starck, Stephan Günzel, Claudia Paganini, Alessandro Barberi, Bernhard Greil

Medientag 2011

„Grenzenlose Enthüllungen? - Medien zwischen Öffnung und Schließung“

am 29. November 2011 ab 14:00 Uhr
Kaiser-Leopold-Saal, Karl-Rahner-Platz 3

Technologische Veränderungen bleiben nicht ohne Auswirkungen auf Kommunikationsverhältnisse, auf die Mediennutzung der Rezipienten und die Arbeit der Medienschaffenden. Gerade der gegenwärtigen Medienlandschaft wird oft eine Tendenz zur Offenlegung und Offenheit zugeschrieben. Social Network Sites lassen die Grenzen zwichen Privatem und Öffentlichem verschwimmen, Plattformen wie WikiLeaks und OpenLeaks veröffentlichen geheimes Material, über Filesharing-Netzwerke und open-content-Lizenzen werden vormals proprietäre Inhalte offen zugänglich gemacht. Verflochten sind diese Tendenzen der Eingrenzung, der Kontrolle und der Schließung. Kommunikation im Internet bindet sich immer mehr an die Vermittlung einzelner privatwirtschaftlicher Akteure wie Google oder Facebook, online wie offline ermöglichen neue Informations- und Kommunikationstechnologien immer umfassendere Formen der Überwachung während die Weiterverwendung von Daten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Für den Medientag 2011 hat das interdisziplinäre Forum Innsbruck Media Studies ein vielfältiges Programm zum Thema „Grenzenlose Enthüllungen? - Medien zwischen Öffnung und Schließung“ zusammengestellt. WissenschaftlerInnen berichten von ihrer Forschung, stellen ihre Projekte zum Thema vor und bieten Impulsreferate an, und in der abschließenden Podiumsdiskussion stellen sich Fachleute den Fragen aus dem Publikum.

Der Medientag setzt sich mit den Konflikten zwischen Enthüllung und Öffnung sowie Eingrenzung und Verhüllung in der gegenwärtigen Mediensituation auseinander, wohingegen die gleichnamige Ringvorlesung diese Spannungen in verschiedenen geschichtlichen Mediensituationen und unter Einbezug systematisch-theoretischer Konzeptualisierungsversuche weiterführt und vertieft.

Veranstaltet wurde der Medientag 2011 in Zusammenarbeit mit der .

Folder zum downloaden

Fotos von der Veranstaltung:

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Begrüßung durch Rektor Tilmann Märk

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Theo Hug

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Vortrag von Felix Stalder

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Hermann Petz, Wolfgang Coy und Frank Welz

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Wolfgang Coy und Uta Rußmann

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Anke Domscheit-Berg, Daniel Domscheit-Berg und Irene Heisz

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Vortrag von Daniel Domscheit-Berg

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Theo Hug und Wolfgang Coy

FOTONACHWEIS: Josef Weisleitner, sen.

Medientag 2010

Medien und Minderheiten

am 11. November 2010 ab 14:00 Uhr
Kaiser-Leopold-Saal, Karl-Rahner-Platz 3

Medien werden seit mehreren Jahrzehnten u. a. als Sprachrohre des Establishments kritisiert. Diese Kritik kommt nicht zuletzt dann zum Tragen, wenn es darum geht, dass und wie Minder­heiten in den Begrifflichkeiten der Mehrheit beschrieben und dargestellt werden. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung sind nun Fragen sowohl nach verschärften Problemlagen als auch nach neuen Chancen der Mediendemokratie und der Selbstbeschreibung von Minderheiten entstanden.
Während unter den Bedingungen von Massenmedien wie Presse, Hörfunk und Fern­sehen die indirekte und einseitige Verbreitung von Inhalten und Programmen an ein verteiltes Publikum charakteristisch ist, sind mit den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien neue Möglichkeiten der Medienkommunikation auch für Minderheiten entstanden. Wie sehen diese Möglichkeiten aus? Welche Formen sind in Entwicklung? Was zeichnet zukunftsweisende Konzepte aus?


Für den Medientag 2010 hat das interdisziplinäre Forum Innsbruck Media Studies ein vielfältiges Programm zum Thema „Medien und Minderheiten“ zusammengestellt. WissenschaftlerInnen berichten von ihrer Forschung, PraktikerInnen stellen ihre Projekte zum Thema vor oder bieten interaktive Workshops an, und in der abschließenden Podiumsdiskussion stellen sich Fachleute den Fragen aus dem Publikum.


Folder zum Download

Hinweis:
Außerdem findet im WS 2010/2011 eine Ringvorlesung zum selben Thema statt, jeweils am Donnerstag von 18:00-19:30 Uhr mit Beginn am 21.10.2010 .
Download Handout zur Ringvorlesung

und unter http://biwiwiki.org/doku.php/medien_und_minderheiten_ringvorlesung_:start

wo Sie neben dem Handout außerdem die Unterlagen und Podcasts zu den Vorträgen finden.

Näheres zur Rinvorlesung finden Sie unter Ringvorlesung "Medien und Minderheiten" WS 2010/11

Medientag 2009

Visuelle Kompetenz

am 05. November 2009 von 13:30-20:00 Uhr
Kaiser-Leopold-Saal, Karl-Rahner-Platz 3

Im Zuge der fortschreitenden Medialisierung der Lebenswelten sind Fragen nach Produktion, Verbreitung und Wahrnehmung von Bildern in besonderer
Weise virulent geworden. Dies gilt nicht nur für das Jahrhundert der Massenmedien, sondern vor allem für das Zeitalter der Digitalisierung.

Wie lassen sich Bilder herstellen, beschreiben und interpretieren? Wie können wir uns in Bilderwelten orientieren? Welche Kompetenzen sind
dazu erforderlich? Was bedeutet Lesbarkeit von Bilderwelten heute? Wie lässt sich der Zusammenhang von Bildlichkeit von Sprache und Sprachlichkeit von Bildern ausbuchstabieren und visualisieren? Was meint „visuelle Kompetenz“ im Ensemble sprach-, schrift-, buch-, bild- und computergestützter Denk- und Wahrnehmungsformen? Wie werden wir uns selbst und anderen in Zukunft Bilder von der Welt machen?

Für den Medientag 2009 hat das interfakultäre Forum Innsbruck Media Studies ein vielfältiges Programm zum Thema „Visuelle Kompetenz“
zusammengestellt. WissenschaftlerInnen berichten von ihrer Forschung, KünstlerInnen stellen ihre Projekte zum Thema vor oder bieten
interaktive Workshops an, und in der Podiumsdiskussion stellen sich Fachleute den Fragen aus dem Publikum.
An der Schnittstelle zur Tagung „Medien - Wissen - Bildung: Explorationen visualisierter und kollaborativer Wissensräume“ am 6.11.2009 rundet der
Abendvortrag von Hans-Martin Schönherr-Mann den Medientag ab und eröffnet gleichzeitig eine Reihe weiterer Beiträge zur Thematik, die im Rahmen
der Tagung vorgestellt werden

(s. http://medien.uibk.ac.at/mwb09 ).


Folder Medientag 2009
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Plakat Medientag 2009
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Hinweis:

Im Wintersemester 2009/10 findet an der Universität Innsbruck außerdem die Ringvorlesung „Visuelle Kompetenz“ statt, welche die Auseinandersetzung
mit der Thematik weiterführt und ergänzt, s. unter Ringvorlesung "Visuelle Kompetenz" WS 09/10 und unter Ringvorlesung "Visuelle Kompetenz" SoSe 10.

Handout zur Ringvorlesung „Visuelle Kompetenz“

WS 09/10

Medientag 2008

Kinder und Medien

am 09. Oktober 2008 von 14:00-21:00 Uhr
Kaiser-Leopold-Saal, Karl-Rahner-Platz 3

Für den Medientag 2008 hat der interfakultäre Schwerpunkt der LFU „Innsbruck Media Studies“ ein buntes Programm zum Thema „Kinder und Medien“ zusammengestellt. WissenschaftlerInnen berichten von ihrer Forschung, PraktikerInnen stellen Medienprojekte für Kinder vor, in der abschließenden Podiumsdiskussion „Blättern, Zappen, Klicken: Von Medienkindern und Kindermedien“ stellen sich Fachleute den Fragen aus dem Publikum.

Folder zum Download

Hinweis:

Im Anschluss an den Medientag findet im Wintersemester 08/09 eine Ringvorlesung zum Thema „Kinder und Medien“ statt (s. Ringvorlesung "Kinder und Medien" WS 08/09 ).

Handout zur Ringvorlesung Kinder und Medien WS 08/09: Download


Literaturliste zur Ringvorlesung: Download

Medientag 2007

Das Buch Angelpunkt zwischen Wissenschaft, Kunst und Publikum

am 23. April 2007 von 13:30 - 21:00 Uhr
Aula, Universitätshauptgebäude

Der Medientag wird alljährlich vom interfakultären Schwerpunkt Innsbruck Media Studies der LFU veranstaltet. 2007 findet er am Welttag des Buches statt und steht unter dem Motto „Das Buch - Angelpunkt zwischen Wissenschaft, Kunst und Publikum“.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wozu Bücher?“ bildet den Abschluss.


Plakat

Folder

Medientag 2006

Regionale Medienlandschaften

am 26. April 2006 von 14:00 - 20:00 Uhr
Saal New Orleans, Universitätshauptgebäude



Nach einer Präsentation aktueller Medienprojekte an der LFU zur regionalen Medienlandschaft (Printmedien, Film- und Radioarbeit, digitale Bibliotheken, Literatur- und Kulturzeitschriften, etc.) fand eine Podiumsdiskussion zu aktuellen Entwicklungen im Spannungsfeld von Medienpluralismus und Medienkonzentration statt.

Es diskutierten Mag. Markus Sommersacher (ORF), HR. Dr. Martin Wieser (Universitätsbibliothek), Mag. Frank Staud (TT), Dr. Raffael Mooswalder (Printmedien in Südtirol), Markus Hatzer (Studienverlag).

Das Programm im Detail
Folder

Präsentationen zum Download:

Medientag 2006: Einleitung

Regionale Medienlandschaften: Intro

Regionale Medienlandschaften: Nord- und Osttirol

Regionale Medienlandschaften: Vorarlberg und Südtirol

Literatur- und Kulturzeitschriften

Mediensprache Online

zur Bildergalerie

zum Pressebericht

Medientag 2004

Wissen für die neue Mediengesellschaft:


Eine Präsentation

am 13. Mai 2004 von 10:00 - 14:00 Uhr


Programm zum Download